Bildung

Bildung als Schlüssel der Entwicklung eines stadtgesellschaftlichen Miteinanders von Deutschen und Migranten

Bildung

 

Wir setzen uns für eine bestmöglichste Bildung aller Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ein. Bildung ist das Fundament für einen selbstbestimmten und mündigen Bürger in unserer modernen Gesellschaft.

 

Wir stehen für eine verstärkte Vermittlung der deutschen Sprachkompetenz im Mülheimer Schul- und Bildungssystem. Speziell an Grundschulen mit einem hohen Anteil von Schülern ohne ausreichende deutsche Sprachkompetenz muss diese unter Einbeziehung der Elternhäuser verstärkt gefördert werden.

Für eine angemessene Weiterentwicklung eines leistungsstarken und vielfältigen Bildungs- und Betreuungsangebotes mit kurzen Wegen ist der Erhalt der vorhandenen Schulstandorte wichtig. Ein solches Angebot muss sich von der Kita über alle Schulformen an der demographischen Entwicklung in Mülheim orientieren. Dabei dürfen Schüler aus sozial schwachen Familien nicht benachteiligt werden. Ausreichende Plätze in Kitas sind zu gewährleisten um auch Alleinerziehenden die Möglichkeit zu geben ihre Kompetenz dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.

Wir sind davon überzeugt, dass sich durch eine neue Bildungspolitik Impulse für eine mittelfristige soziale und ökonomische Stadtentwicklung setzten lassen. Denn Bildung „wirkt“, sie zieht Menschen zu den Bildungsorten hin, sie vernetzt Menschen, sie bewirkt Lebenssicherheit, sie ist Garant persönlicher ökonomischer Unabhängig und sie kann auch ein gesamtstädtischer Konjunkturmotor sein. Wir können lernen, die Erträge bildungsaffiner Vorhaben wieder in die Weiterentwicklung der lokalen Bildungslandschaft zu investieren. Die Fokussierung auf Bildung soll zu einer Verbreitung des Wohlstands führen und einer sozialen Spaltung unserer Stadtgesellschaft in Teilhabende und Nichtteilhabende – unabhängig von deren Nationalität – vehement entgegentreten.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass

–          in Eppinghofen die Max-Kölges Schule zu einer Gesamtschuldependance mit handwerklichem Profil umgestaltet wird. Die Schule ist schon heute eine Partnerschule des Handwerks und kooperiert in der beruflichen Bildung mit einem Berufskolleg. Seit Jahren steigen insgesamt die Anmeldezahlen an den Mülheimer Gesamtschulen. Viele Kinder bekommen einen Ablehnungsbescheid und die Möglichkeit sich z.B. an einen der fünf Mülheimer Gymnasien anzumelden. Unsere Gymnasien, die alle das G8 Modell betreiben, haben in diesem Schuljahr insgesamt einen starken Rückgang der Anmeldezahlen zu verzeichnen. So wechseln im Schuljahr 14/15 noch 43% der 1346 Grundschulabgänger auf ein Gymnasium, während im Vorjahr dieser Wert noch bei 48% lag. Der Schritt in Richtung einer Eppinghofer Gesamtschuldependance ist möglich. 17326 Bürger in Mülheim haben bereits im April 2012 (!) entschieden, die weiterführende Schule im sozial schwierigen Stadtteil Eppinghofen zu erhalten. Die demographische Entwicklung, gerade in Eppinghofen, das Neubaugebiet an der Scheffel- / Bruchstraße und die Zuwanderung, insbesondere aus Rumänien und Bulgarien sind weitere Gründe, warum wir auch über Standorte diskutieren müssen: Eine Gesamtschule in der Stadtmitte, ein Gymnasium in Saarn.

 

–          der Elternwille fair abgefragt wird, dieser beachtet und möglichst umgesetzt wird.

–          unabhängige Bildungsexperten den eingeschlagenen Weg der „early excellence“ Strategie in den Mülheimer Kitas kritisch begleiten. Die Förderung der sprachlichen und der sozialen Kompetenzen in diesem Kindesalter sind für uns zentral, so dass der Einsatz von entsprechendem Fachpersonal für uns unentbehrlich ist.

–          die Ganztagsbetreuung in allen Schulen flächendeckend ausgebaut und weitgehend geschultes Personal eingesetzt wird. In allen Schulen sollten Eltern diesbezüglich vergleichbare Bedingungen vorfinden, Qualitätsstandards sollten eingeführt und überprüft werden. Zudem wollen wir gewachsene Kooperationen zwischen Schule und dem Dritten Sektor (Ehrenamt) pflegen und auf deren Ausweitung hinarbeiten.

–          die Förderschulen nicht geschlossen werden und die ab dem nächsten Schuljahr verpflichtend anzugehende Inklusion mit Fachpersonal und v.a. mit Landesmitteln zu gestalten ist (Konnexitätsprinzip).

 

Wir sehen die außerschulische Bildung als gleichberechtigten Partner neben der schulischen Bildung. Familienbildungsstätten, Jugendzentren und die Volkshochschule leisten einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen Bildung. Wir sind gegen die Auslagerung der Erwachsenenbildung in die Nachbarstädte. Die Mülheimer Volkshochschule muss erhalten bleiben.

In unserer Landesverfassung steht in Artikel 6: Allen Jugendlichen ist die umfassende Möglichkeit zur Berufsausbildung und Berufsausübung zu sichern. Mülheim war in den letzten Jahren führend darin Jugendliche in Ausbildung zu bekommen. Dies war immer ein großer Kraftakt aller Beteiligten. Leider sieht es in diesem Jahr so aus, dass viele Betriebe weniger Ausbildungsplätze anbieten. Hier muss unbedingt nachgebessert werden, auch im Hinblick auf die nächsten Jahre. Einige Betriebe beklagen schon heute Facharbeitermangel, bilden aber weniger aus. Die Stadt sollte da Vorbild sein und verstärkt Ausbildungsplätze anbieten. Desweiteren muss Ausbildung auch Chefsache sein: die zukünftigen Fachkräfte sind die Grundlage unserer ökonomischen und gesellschaftlichen Existenz.

Die vom Land NRW initiierte selbstständige bzw. teilautonome Schule ist in den Kommunen angekommen, in der Theorie, nicht in der stadtgesellschaftlich gelebten Praxis. Es stimmt, dass Schulen am besten selbst wissen, was sie für ihre Schüler leisten können! Wir wollen diese pädagogischen Anstrengungen unterstützen, die Ideen der Schulen begleiten, aber natürlich auch weiterdenken, anregen und in die politischen Gremien tragen (vgl. hierzu den Abschnitt „Finanzen“). Die neue Selbstständigkeit der Schulen vor Ort zu begleiten und zu vernetzen kann neue Chancen und Perspektiven für die Stadtgesellschaft eröffnen, sozial und ökonomisch. Daran werden wir arbeiten. Wir werden keine Mehrheitsbeschaffer für Ideen Dritter sein, die Schulstandorte lieber für Bauland aufgeben wollen. Bildung ist unsere Zukunftsressource, im umfassenden Sinn und interkulturell gedacht.

Bildungspolitik mit Kopf, Herz und Hand bedeutet für uns, dass Engagement kommunaler Bildungseinrichtungen auf politischer Ebene konsequent zu unterstützen, denn Bildungsentwicklung bewirkt soziale und ökonomische Entwicklung unserer Stadt.