Frauenpolitik

Frauenpolitik

Die Grundlage eines fairen und sozialen Miteinanders muss auch die Geschlechtergerechtigkeit sein. Dies bedeutet die konsequente Umsetzung einer Gleichstellungspolitik vor allem im Beruf und Gesellschaft. Frauen bekommen im Schnitt ein Viertel weniger Lohn als die Männer, übernehmen dazu ein Großteil der privaten Pflege- und Reproduktionsarbeit. Deshalb bedarf es einer eigenständigen Frauenpolitik. Hierzu zählt im Besonderen die Beratungstätigkeit. Nur wer seine / ihre Rechte kennt, kann sie auch einfordern.

 

Jede vierte Frau erfährt Gewalt, sei es in der Ehe oder in der Öffentlichkeit. Die Plätze im Frauenhaus reichen lange nicht aus, hier muss dringend erweitert werden.

 

Die Stadt Mülheim hat die Europäische Charta zur Gleichstellung unterschrieben, aber sie muss auch umgesetzt und darf nicht „ausgesessen“ werden. Auch hier ist die Bildung wieder eine Grundlage um präventiv z.B. die Gewalt zu bekämpfen. Gleichstellung ist als Querschnittsaufgabe zu betrachten und fließt in alle Lebensbereiche ein. Somit profitieren nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung davon, sondern alle Mülheimer Bürgerinnen und Bürger. Dazu sollte die Stelle bei der Gleichstellungsstelle zur Umsetzung der Charta in eine volle, unbefristete Stelle umgestaltet werden. Alle anstehenden Maßnahmen oder Publikationen müssen hier überprüft werden.

 

Desweiteren setzen wir uns dafür ein, dass

– die Arbeit des Gleichstellungsausschusses nicht eingeschränkt wird.

-die Mädchen- und Jungenarbeit ausgebaut werden. Ein Girls-/Boysday im Jahr reicht nicht, um die geschlechterspezifische Festschreibung von vielen Berufen aufzubrechen oder Rollenverhalten zu hinterfragen und partnerschaftliches Verhalten zu erlernen.

Alleinerziehende sind eher von Armut betroffen. Die Möglichkeit mit Kind eine Ausbildung zu machen oder auch einer Arbeit nach zu gehen ist aufgrund mangelnder Hilfen nur schwer möglich. Die Öffnungszeiten von Kitas stehen dem oft entgegen, U3-Plätze sind knapp.

 

Frauen mit Migrationshintergrund nehmen oft nicht an Sprachkursen teil. Sie können so nicht ihr Leben eigenständig organisieren. Hier müssen besondere Sprachkurse eingerichtet werden, die die Frauen in ihrem Lebensalltag abholen.

 

Aufgrund der schlechteren Bezahlung und / oder Pausen im Erwerbsleben im Zusammenhang mit einer vorangegangenen Kindererziehung ist die Versorgung von Seniorinnen zum Teil katastrophal. Der Gang zum Amt wird oft aus Scham nicht unternommen. Auch hier müssen Möglichkeiten gefunden werden, ältere Frauen verstärkt anzusprechen damit sie auch in Würde altern können.